Im schweizerischen Furttal bei Zürich startet am 28. September der offizielle Fahrgastbetrieb selbstfahrender Fahrzeuge im Projekt iamo. ioki, Anbieter von Software zur Digitalisierung des ÖPNV aus Frankfurt, übernimmt das Betriebsmanagement des autonomen On-Demand-Verkehrs in der Schweiz und stellt die Buchungs-App für die Fahrgäste.
Unter dem Namen iamo „intelligente automatisierte Mobilität“ testen das Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und die SBB, wie automatisierte Mobilität den öffentlichen Verkehr ergänzen und flexibler machen kann.
„Der Start von iamo zeigt, was möglich ist, wenn wir automatisierte On-Demand-Technologie im ÖPNV einsetzen. Für die Menschen im Furttal bedeutet es, dass sie zum Beispiel während der Betriebszeiten einfacherer zum nächsten Bahnhof oder zur nächsten Haltestelle gelangen. Genau solche Angebote entscheiden, ob der ÖPNV auch außerhalb der Städte genutzt wird, und die Schweiz zeigt mit Projekten wie iamo, wie unser Nahverkehr in den nächsten Jahren aussehen kann,“ so Dr. Michael Barillère-Scholz, CEO von ioki.
Intensive Testphase vor Betriebsstart
Im November 2025 hatte das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) die Straßenzulassung für die selbstfahrenden Fahrzeuge mit der Technologie von WeRide erteilt. Seitdem hat das Expertenteam von ioki eng mit den Projektverantwortlichen an der Systemintegration gearbeitet. Zudem lernte die Technologie in dieser Zeit gezielt Schweizer Verkehrsregeln und lokale Verkehrssituationen kennen, um dort sicher und zuverlässig navigieren. Neun Monate später können nun die ersten Fahrgäste autonome Fahrzeuge in der Schweiz als Teil des ÖPNV testen.
„Eine stabile, sichere und nachhaltige Integration zwischen dem Selbstfahrsystem und unserer Betriebsmanagement-Plattform ist eine zentrale Voraussetzung für einen zuverlässigen autonomen Verkehr. Wenn diese beiden Systeme gut zusammenarbeiten, schaffen wir für die Fahrgäste ein verlässliches Mobilitätserlebnis und der Betreiber erhält einen planbaren Betrieb,“ ordnet Denny Klisch, Director Platform Product Management bei ioki, das Projekt und die Zusammenarbeit mit dem Swiss Transit Lab und WeRide ein.
Autonomer ÖPNV statt Robotaxi
Die Integration autonomer Fahrzeuge in den ÖPNV unterscheidet sich von Robotaxi-Verkehren durch die Anzahl der Anfragen und Fahrgäste. Das ioki System verarbeitet unterschiedliche Fahrtanfragen mit verschiedenen Ein- und Ausstiegspunkten gleichzeitig. Buchungen über die iamo-App werden in Echtzeit ausgewertet und die Fahrtanweisungen (sog. Routing) direkt an das Selbstfahrsystem (SDS) von WeRide übermittelt.
So werden im Projekt iamo bis zu drei Personen gleichzeitig mit einem ähnlichen Fahrtziel in einem selbstfahrenden Fahrzeug zusammengefasst (sog. Pooling). Die Fahrzeuge bedienen knapp 100 vordefinierte Haltepunkte in den Gemeinden Otelfingen, Dänikon, Boppelsen und Hüttikon, auf einer Fläche von rund 110 km².
Im jetzt startenden Fahrgastbetrieb sitzt immer eine Sicherheitsperson hinter dem Lenkrad. Perspektivisch soll das Angebot ohne Sicherheitsperson auskommen und die autonomen Fahrzeuge durch Kleinbusse ersetzt werden.
Das Projekt iamo
Weitere Informationen zu Betriebszeiten, Bediengebiet und Beförderungsbedingungen und dem Projekt finden Sie auf iamo.swiss.

