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8. Jun.
/ Deutschland
NACHGEFRAGT bei Dr. Olga Nevska, Geschäftsführerin Telekom MobilitySolutions
Frau Dr. Olga Nevska ist Geschäftsführerin bei Telekom MobilitySolutions. Als Full-Service-Dienstleister und hundertprozentige Tochtergesellschaft der Telekom stellt Telekom MobilitySolutions ein umfassendes, auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtetes Angebot effizienter, wirtschaftlicher und nachhaltiger Mobilitätsdienste bereit. Das Portfolio reicht von der klassischen Fuhrparklösung mit kundengerechten Fahrzeugen inklusive Ausbauten bis hin zu Lösungen der Mitarbeitermobilität. Die promovierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlerin ist seit 2009 in verschiedenen Positionen für die Deutsche Telekom AG tätig: Controlling und Commercial sowohl in Deutschland als auch im internationalen Bereich.   

In Ihrer Rolle als Fuhrparkmanagerin organisieren Sie u.a. auch Lösungen für die Mitarbeitermobilität bei der Telekom. Vielleicht können Sie uns ein paar Einblicke in bewährte Konzepte und Ansätze geben?

Wir sehen uns schon lange nicht mehr als Fuhrparkmanager, sondern wir steuern die Mobilität für die Deutsche Telekom. Dabei greifen wir sowohl auf individuelle, fahrzeugbasierte Angebote als auch auf viele Formen moderner, geteilter Verkehrskonzepte und Mikromobilität zu. Wir sind sicherlich einer der Konzerne in Deutschland, die das breiteste Portfolio an Mobilität bieten: mit rund 25.000 Dienst- und Geschäftsfahrzeugen, knapp 8000 Gehaltsumwandlungs-Fahrrädern, einer eigenen Carsharing-Flotte und natürlich unseren E-Scootern und Pool-Bikes im Bereich der Mikromobilität. Mit unseren Shuttles bewegen wir rund 120.000 Fahrgäste pro Jahr.    

Kürzlich haben wir gemeinsam den bis dato linienbasierten Shuttle Service der Telekom auf eine On-Demand-Logik umgestellt. Welchen Mehrwert versprechen Sie sich von der Umstellung?

Telekom-Mitarbeiter sollen sich keine Gedanken machen müssen, wie sie von Standort zu Standort gelangen. Mit unserem neuen On-Demand-Service stellen wir genau das sicher: Per App ist eine Fahrt in Sekundenschnelle gebucht – ganz individuell, ganz ohne Fahrplan. Die App sagt mir genau, wo ich wann von welchem Shuttle abgeholt werde. Das ist eine große Entlastung, reduziert reisebedingten Stress und führt schließlich dazu, dass ich mich voll auf meine eigentlichen Aufgaben konzentrieren kann. Der Kunde und seine Bedürfnisse stehen also immer im Fokus all unserer Lösungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Shuttle fährt man natürlich nicht allein, man bildet eine Fahrgemeinschaft. So können wir sehr viele Einzelfahrten per Pkw einsparen. Hierbei gewinnt die Umwelt.  

Was muss die ideale Lösung für Mitarbeitermobilität Ihrer Erfahrung nach alles leisten?  

Ganz entscheidend ist, jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt die Mobilität zu geben, die sie oder er gerade benötigt. Ein Beispiel: Um zur Arbeit zu kommen, brauchen Beschäftigte im urbanen Raum ein ÖPNV-Ticket oder ein Elektro-Rad. Ein Auto ist nur noch punktuell, aber nicht dauerhaft sinnvoll. Und hierfür gibt es unsere Carsharing-Lösung. Wir bieten Fahrzeuge in allen Größen, für jeden Bedarf, zu jedem Anlass und zu attraktiven Preisen an. Solche aufeinander abgestimmten Angebote zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen, ist eine ideale Lösung und an dieser arbeiten wir. Mein Ziel ist ein schneller, einfacher Zugang zu Mobilität, Plattform basiert und aus einer App. Damit jeder bei der Telekom die passende, nachhaltige und garantierte Mobilität erhält – dafür stehe ich! 

Welche drei großen Herausforderungen sehen Sie bei der Organisation von betrieblichen Mobilitätslösungen?  

Wir verfolgen drei wichtige Ziele bei der Weiterentwicklung von Mobilitätsmanagement 

  1. Diversifiziertes Portfolio und Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter soll jederzeit auf die individuell passenden Mobilitätsmittel zugreifen können.

     

  2. Service: Telekom-Mitarbeiter bekommen den besten und innovativsten Service, seien es Sharing– oder Pooling, digitale Führerscheinkontrolle, Fahrtenbuch oder Mobilität on demand. 
     
  3. Alles aus einer Hand: Unsere Services werden künftig in einer App gebündelt, seamless und mit der besten Customer Experience. 

Wenn wir das Berufliche einmal kurz ausklammern: Was ist privat Ihr liebstes Fortbewegungsmittel?   

Da ich in Köln wohne, bin ich in der Stadt am liebsten auf dem Fahrrad unterwegs. Das ist gesund, schont die Umwelt und auch meine Nerven, denn kilometerlange Staus sind dann kein Thema mehr. 

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Das Wiener Modell

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Die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien gehören zur internationalen Spitze. Das Netz ist dicht und der Takt ist eng. Es ist so gut ausgebaut, dass man den Fahrplan faktisch gar nicht kennen muss. Insgesamt werden hier am Tag 2,61 Millionen Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B befördert. Die Beliebtheit lässt sich auch im Modal-Split erkennen, denn: Die ÖPNV-Nutzer haben die Autofahrer überholt. Rund 38 Prozent der Strecken werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, mit dem Auto „nur noch“ 27 Prozent.2 Doch was macht das imperiale Wien anders als andere Städte?