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17. Jul.
/ Deutschland
NACHGEFRAGT bei Tijen Onaran
Tijen Onaran ist Gründerin des Unternehmens Global Digital Women. Hier engagiert sie sich für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche. Zudem berät Tijen Unternehmen in Diversitätsfragen, publiziert Artikel in namenhaften Medien wie beispielsweise dem Manager Magazins und moderiert diverse Veranstaltungen zu Themen, die sie aktuell bewegen.
Sie möchten mit Ihrem Netzwerk die Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen in der Digitalbranche stärken. Wir möchten gerne wissen: Was hat Sie dazu bewegt, wann haben Sie mit Ihrem Engagement losgelegt und was waren die ersten Schritte?

Vor mehreren Jahren habe auch ich beobachtet, dass es auf Konferenzen wenige Frauen auf der Bühne als Sprecherinnen und generell Diskutierende gab. Daher fragte ich mich: was könnte mein Beitrag sein, um diese Situation zu verändern? So kam ich auf die Idee ein Netzwerk zu gründen für Frauen, die sich gegenseitig unterstützen! Zudem wollte ich Richtung der Veranstalter und auch Unternehmen, die sagen, dass es keine Frauen für Bereiche oder Positionen gäbe, das Zeichen setzen: es gibt sie eben doch! Gesagt, getan – ich gründete einen Stammtisch mit dem Ziel uns regelmäßig zu treffen, darauf ist eine Community von über 30.000 Frauen erwachsen. Heute ist aus dem Netzwerk ein Unternehmen geworden, mit dem ich insbesondere Konzernen, Mittelständlern sowie öffentlichen Institutionen helfe diverser und inklusiver zu werden. Denn: wer auf Diversität setzt, setzt auf die Zukunft!  

Digitalisierung ist für Sie ein fester Bestandteil der Zukunft. Wo denken Sie gibt es zurzeit noch gesellschaftliche Denkbarrieren, wenn es um Digitalisierung im alltäglichen Leben geht?

In Deutschland haben wir dieses Bild von Digitalisierung, dass
es sich um ein automatisiertes Tool handelt, welches unser Denken und Handeln für immer übernimmt. Wir diskutieren häufig den Gegensatz von digital und analog, dabei ist doch gerade das Zusammenspiel aus beidem das was die Zukunft der Arbeit und die des alltäglichen Lebens ausmacht. Die Krise schärft unseren Blick fürs Digitale – plötzlich ist alles was zuvor undenkbar war, denkbar. Ob es Videokonferenzen sind, der Einsatz von Tools, digitales Einkaufen beim lokalen Händler um die Ecke; selbst Nachbarschaftshilfe wird digital. Wichtig ist, dass wir Digitalisierung generationsübergreifend denken. Digitale Teilhabe ist der Schlüssel für gesunde Gesellschaft, Politik und Wirtschaft! Nur wer digital teilhaben kann, kann auch gesellschaftlich und wirtschaftlich teilhaben!  

Was macht Ihrer Meinung nach Digitalisierung zu einem Treiber der Mobilität?

Die Digitalisierung hat Mobilität demokratisiert
. Ich habe die Wahlmöglichkeit, beispielsweise ob es um Shared Mobility geht oder auch E-Mobility geht. Auch der Wirtschaftsstandort Deutschland wird durch Digitalisierung und daraus entstehende neue Mobilitätsangebote und -anbieter gestärkt. Für mich liegt die Veränderung und Zukunftsfähigkeit der Mobilitätsbranche auch in ihrer Diversität – von der Zusammensetzung der Belegschaft in Mobilitätsunternehmen bis hin zu unterschiedlichsten Angeboten.  

Sie haben sich durch Ihr Studium sehr mit der Politik auseinandergesetzt und verschiedene Facetten kennengelernt. Wo müssen Wirtschaft und Politik ansetzen, um die Mobilität den veränderten Anforderungen (Bedarf, Flexibilität, Nachhaltigkeit) anzupassen?

Ein erster Schritt ist: die Politik braucht mehr Mobilitätsexpert*innen. Nur wer Mobilität versteht, kann sie auch umsetzen und gestalten. Zudem braucht es nicht nur urbane Lösungen, sondern auch und gerade Lösungen für das Land! So zeigt der Smart City Index, dass der Grad der Digitalisierung von Städten von deren Größe abhängt, so haben kleinere Großstädte mit weniger als 150.000 Einwohnern es am schwersten, wenn es um Digitalisierung geht. Hier muss Politik Lösungen finden, damit digitale Teilhabe im Mobilitätsbereich nicht zum Luxusgut wird.  

Die Mobilitätsbranche ist sehr technisch geprägt und gerade in diesem Bereich sind weniger Frauen tätig als Männer. Welche Schritte können Unternehmen tätigen, um Frauen in der Mobilität ebenso wie in der Digitalbranche aktiv zu fördern?

Unternehmen müssen sich fragen:
ist unsere Unternehmenskultur in 2020 angekommen? Der erste Schritt setzt bei der Kommunikation an, von interner Meeting Kultur hinzu externen Stellenausschreibungen. Wie werden Stellen beschrieben und wo werden sie ausgeschrieben? Wer spricht in Meetings und wer nicht? Häufig kommunizieren Unternehmen an der Zielgruppe, in dem Fall, Frauen, vorbei. Beispielsweise ist es schon ein Unterschied, ob ich von Frauenförderprogrammen oder Talentprogrammen spreche. Ich bin der festen Überzeugung: Frauen müssen nicht gefördert werden, eine Beförderung würde schon helfen! Wenn ich auf der gesamten Website des Unternehmens nur Bilder von Männern sehe, werde ich den Eindruck bekommen, dass das Unternehmen wenig divers und gar auch wenig Interesse an Diversität hat. Diversität und Inklusion sind Themen, die selbstverständlicher Bestandteil der DNA eines Unternehmens sein sollten. HR und Recruiting läuft heute verstärkt in Communities: welches sind die Organisationen, die ich als Unternehmen im Blick haben muss, die besonders Expertinnen der Digital- und Mobilitätsbranche ansprechen? Wo finden die Diskussion im Netz statt? Als Unternehmen muss ich selbst präsent sein, um wahrgenommen zu werden. Wer heute nicht digital ist, findet nicht statt – für Diversität und Inklusionsthemen ist Sichtbarkeit allerdings das A und O!  

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NACHGEFRAGT bei Alina Schuprin

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Als International Business Development Manager unterstützt Alina Schuprin die Mission von ioki, integrierte Mobilitätslösungen nicht nur auf deutschen Straßen, sondern in ganz Europa zu implementieren. Als Diplom-Wirtschaftsingenieurin ist Alina erfahren in allem, was mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf etablierte Geschäftsfelder einhergeht. Bei ioki verbindet sie dieses Know-how mit ihrem persönlichen Ziel, mit ihrer täglichen Arbeit einen Beitrag für die Umwelt zu leisten.