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15. Jan.
/ Germany
Was ist eigentlich … der Unterschied zwischen AST und ALT?
Die Abkürzung AST steht für Anruf-Sammel-Taxi, ALT für Anruf-Linien-Taxi. Beides sind bedarfsorientierte Sonderformen des ÖPNV im Stadt-, Orts- oder auch Regionalverkehr. Wollen nur wenige Fahrgäste mitfahren, ist ein großer Bus im Linienverkehr unwirtschaftlich. Daher gibt es das AST und das ALT, die nur dann unterwegs sind, wenn wirklich jemand mitfahren möchte – sozusagen „on-demand“, also auf Abruf.
AST 
Das Anruf-Sammel-Taxi (AST) befördert Fahrgäste von einer festen Einstiegshaltestelle bis zu einem beliebigen Ziel im Bediengebiet – sogar bis direkt vor die Haustür. Hierzu meldet der Fahrgast seinen Fahrtwunsch telefonisch (meist 30 Minuten) im Voraus an und bestellt sich ein AST zu einer im Fahrplan vorgegebenen Zeit an die gewünschte AST-Haltestelle. Bei dieser Variante gibt es zwar ein festes Haltestellennetz, der Fahrtweg von Haltestelle zu Haltestelle ist jedoch beliebig und den jeweiligen Wünschen der Fahrgäste angepasst. Das System weicht von der starren Linienbedienung zugunsten einer flexibleren Flächenbedienung ab und ist daher vor allem in sehr dünn besiedelten Gebieten äußerst sinnvoll. Besonders begehrt sind AST-Fahrten in den späten Abendstunden, denn der Service bringt Fahrgäste nach einem Theater-, Kino- oder Restaurantbesuch sicher wieder nach Hause. Der Fahrpreis setzt sich meist aus dem örtlichen Tarif zzgl. eines Komfortzuschlages zusammen.

ALT 
Ist die Nachfrage zeitlich und räumlich nur unregelmäßig vorhanden, das heißt Fahrgäste aus verschiedenen Orten wollen eine Busverbindung seltener und zu verschiedenen Zeiten nutzen, werden Anruf-Linien-Taxis (ALT) eingesetzt. Wie bei Bussen und Bahnen üblich, verkehrt das ALT nach einem festen Fahrplan. Zum Einsatz kommen Pkw (Taxi) oder Kleinbusse, die festgelegte Haltestellen anfahren. Sie bedienen die jeweilige Linie nur, wenn der Fahrgast seinen Fahrtwunsch vorab telefonisch, meist 30 Minuten im Voraus, in einer Buchungszentrale angemeldet hat. Auch dieses Angebot kann in der Regel zum Tarif des jeweiligen Verkehrsverbundes genutzt werden (ggf. zzgl. Komfortzuschlag). Ein Vorteil des ALT gegenüber einem fixen Linienbus liegt damit auf der Hand: Es fährt nur bei Bedarf, das heißt wenn auch tatsächlich Einnahmen erzielt werden und bringt für den Betreiber eine Einsparung der Betriebskosten mit sich, da Leerfahrten vermieden werden.

Zusammengefasst: Das AST ist frei in seinem Fahrweg, während das ALT wie ein Bus auf einer festen Linie mit festen Haltestellen unterwegs ist. Beide Angebote sind bedarfsgerecht – nur bei Anruf auch Abfahrt –, in das örtliche Tarifsystem integriert und im Fahrplan entsprechend gekennzeichnet.

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NACHGEFRAGT bei Silke Höhl

NACHGEFRAGT bei Silke Höhl

Silke Höhl ist Doktorandin im Research Lab for Urban Transport (ReLUT) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Die Bau- und Wirtschaftsingenieurin gewann 2019 beim Innovationspreis der Allianz Pro Schiene den Wettbewerb „Beste Idee 2019“. Ihr Konzept: Eine innovative Paketlieferung. Dabei geht es nicht darum, eine neue Verkehrsinfrastruktur auf die Beine zu stellen, sondern den in den Städten bereits gut ausgebauten ÖPNV zu nutzen. Die Idee: U- und Straßenbahnen übernehmen den Transport der Pakete in die Innenstädte und ein Lastenrad übernimmt von dort aus die letzten die Kilometer bis zur Haustür.

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