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9. Jan.
/ Germany
Macht die Generation Z überhaupt noch einen Führerschein?
In Zeiten von Netflix, Spotify und Co. wird nahezu alles geteilt, statt besessen. Dass dieser Trend nicht nur unser Konsumverhalten verändert, sondern auch unsere Mobilitätsgewohnheiten beeinflussen kann, verwundert nicht. So zeigt die aktuelle Entwicklung, dass Jugendliche – trotz der Option auf begleitetes Fahren ab 17 – immer später ihren Führerschein machen: 2012 wurden noch 4,6 Millionen Pkw-Fahrerlaubnisse ausgestellt, während es bereits 2017 über zehn Prozent weniger waren.

Vor allem bei jungen Stadtbewohnern zählt der Führerschein schon lange nicht mehr als der Befreiungsschlag, den er früher einmal dargestellt hat. Laut einer Studie des Center of Automotive in Bergisch Gladbach geben nur 36 Prozent der Befragten im städtischen Raum an, dass ein eigener PKW für ihren Mobilitätsbedarf notwendig sei. Auf dem Land sieht das Ganze allerdings schon etwas anders aus. Hier sind sich 55 Prozent der Befragten sicher, dass ein eigenes Auto unabdingbar ist.

Diese Beobachtung mag unterschiedliche Gründe haben, zwei möchten wir an dieser Stelle herausgreifen: Zum einen verliert das Auto gerade für die Generation Z als Statussymbol zunehmend an Bedeutung. So gaben 2018 nur noch 27 Prozent der jungen Menschen an, für den Kauf eines Autos auf einen Urlaub zu verzichten, während es 2010 noch 46 Prozent waren. Zum anderen verändert sich dank der Digitalisierung und des Aufkommens neuer Services das Mobilitätsangebot. Ridesharing-Anbieter, Last-Mile-Produkte wie E-Scooter und On-Demand-Services verändern die Mobilität – bisher vor allem in den Städten – zunehmend und schließen die letzten Lücken der ÖPNV-Infrastruktur. Ein eigenes Auto ist dort häufig nur noch unnötiger Ballast. Und so ist das Auto für die Generation Z nicht mehr das Mittel der Wahl, wenn es um die eigene Fortbewegung geht, sondern nur noch eine Option von vielen. Auch das steigende Umweltbewusstsein bei der Fridays-for-Future-Generation mag hierbei eine ausschlaggebende Rolle spielen.

Nun sind jedoch auch viele junge Städter darauf angewiesen, zum Beispiel für ihre Ausbildung, in außerhalbgelegene Stadtteile oder Industriegebiete zu pendeln. Anders als in den Zentren der Großstädte sieht das Mobilitätsangebot dort häufig jedoch schon nicht mehr so rosig aus und vor allem die letzte Meile von der ÖPNV-Haltestelle zur Ausbildungsstätte muss zu Fuß bewältigt werden.

Datenbasiert Problem analysieren, bedarfsgerechte Lösung etablieren

Eine Lösung für dieses Problem können von Unternehmen initiierte und gesteuerte Mobilitätsangebote für ihre Mitarbeiter sein, die zum Beispiel als On-Demand-Mitarbeitershuttle die Überbrückung der ersten und letzten Meile ermöglichen und so das Pendeln sowie den Arbeitsweg komfortabler, effizienter und sicherer machen. Gleichzeitig stärken Unternehmen mit solchen Maßnahmen ihre Arbeitgebermarke und Standorte wie Industrieparks ihre Attraktivität.

In welchen Gebieten und für welche Wege ein solches den ÖPNV ergänzendes Zusatzangebot für Mitarbeiter und Unternehmen gleichermaßen Sinn macht, kann mittels einer Mobilitätsanalyse identifiziert werden. Hierbei können zum Beispiel Daten und Informationen zu Pendlerströmen, die vorhandene Infrastruktur, soziodemografische Angaben und vieles mehr berücksichtigt werden. Daraus ergibt sich eine Detailaufnahme der Mobilitätssituation sowie -bedarfe in einem bestimmten Gebiet.

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