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15. Dez 2022
/ Germany
Was ist eigentlich… ein Nahverkehrsplan? 
Unter einem Nahverkehrsplan versteht man ein Planungsinstrument, in dem alle Leistungs- und Qualitätskriterien für den Betrieb des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in einem Gebiet erfasst werden. Der Nahverkehrsplan analysiert das vorhandene Mobilitätsangebot und dient als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung der Nahmobilität.  
Bei der Ausarbeitung des Nahverkehrsplans werden räumliche und rechtliche Rahmenbedingungen untersucht, um eine bessere Mobilität des jeweiligen Gebiets zu garantieren. Dazu gehören zum Beispiel die Anforderungen an genaue Linienwege, die Taktung der Linien, die Position und Ausstattung von Haltestellen, die Ausstattung der Fuhrparks und vieles mehr. Die gesetzlichen Grundlagen sind in Deutschland das ÖPNV-Gesetz des jeweiligen Bundeslandes, das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) und die Verordnung (EG) über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße (Nr. 1370/2007).

Ein Nahverkehrsplan soll die Interessen von Städten und Gemeinden, der Verkehrsunternehmen und der Bevölkerung vereinen, um den Fahrgästen ein bedarfsgerechtes Angebot machen zu können. Der Nahverkehrsplan dient der Sicherung und Verbesserung des ÖPNV, um der Daseinsvorsorge gerecht zu werden. Daher werden in ihm Mindeststandards des Angebots, der voraussichtliche Finanzbedarf inklusive möglicher Investitionskosten und die Beförderungsentgelte festgehalten. Hinzukommen können u.a. Regelungen zu den Beschäftigungsbedingungen und statistische Trends und Prognosen, wie sich das Fahrgastaufkommen entwickeln wird. Nahverkehrspläne werden regelmäßig aktualisiert und an die aktuellen Bedürfnisse der Fahrgäste angepasst.  

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NACHGEFRAGT bei Laura Reupke

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Als Head of Sales International and Business Development ist Laura Reupke für die internationale Geschäftsentwicklung von ioki verantwortlich. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Transport- und Digitalisierungssektor entwickelt sie gemeinsam mit ihrem internationalen Team kundenorientierte Lösungen für eine bedarfsgerechte Verkehrswende in Europa.

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Die Abkürzung AST steht für Anruf-Sammel-Taxi, ALT für Anruf-Linien-Taxi. Beides sind bedarfsorientierte Sonderformen des ÖPNV im Stadt-, Orts- oder auch Regionalverkehr. Wollen nur wenige Fahrgäste mitfahren, ist ein großer Bus im Linienverkehr unwirtschaftlich. Daher gibt es das AST und das ALT, die nur dann unterwegs sind, wenn wirklich jemand mitfahren möchte – sozusagen „on-demand“, also auf Abruf.