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24. Feb. 2026
/ Germany
AST-/ALT-Verkehre im Praxischeck: 5 operative Herausforderungen, die Effizienz kosten
Viele Landkreise und Verkehrsunternehmen verfügen über etablierte AST- und ALT-Systeme. Sie funktionieren – aber sie stoßen im Alltag zunehmend an organisatorische und wirtschaftliche Grenzen. Nicht das Konzept ist das Problem. Sondern häufig die Art und Weise, wie es gesteuert wird.

In unserem Blogartikel “Warum klassische Linienverkehre strukturell an ihre Grenzen stoßen – und weshalb AST und ALT strategisch neu gedacht werden müssen” haben wir gezeigt, warum klassische Linienverkehre allein häufig nicht ausreichen – und weshalb Bedarfsverkehre wie AST und ALT strategisch an Bedeutung gewinnen. Doch zwischen strategischem Potenzial und operativer Realität liegt oft eine spürbare Lücke. 

Im Fokus stehen die wiederkehrenden operativen Herausforderungen in der Praxis, die maßgeblich darüber bestimmen, wie effizient und wirtschaftlich Bedarfsverkehre betrieben werden können.

Bewährte Systeme – gewachsen unter anderen Voraussetzungen

Viele AST- und ALT-Systeme wurden vor Jahren oder sogar Jahrzehnten eingeführt. Sie waren ursprünglich als flexible Ergänzung zum Linienverkehr gedacht – mit überschaubarer Nachfrage und begrenzter operativer Komplexität. 

Heute hat sich ihre Rolle verändert. Sie sind nicht mehr nur Ergänzung, sondern in vielen Regionen ein tragender Bestandteil des Mobilitätsangebots. Gleichzeitig sind die Anforderungen gestiegen:

steigender Kostendruck auf kommunale Haushalte 

höhere Anforderungen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit 

steigende Erwartungen von Fahrgästen an Flexibilität und Zuverlässigkeit 

zunehmende Bedeutung datenbasierter Steuerung im ÖPNV 

Was sich jedoch vielerorts nicht im gleichen Maße weiterentwickelt hat, sind die operativen Prozesse

1. Fehlende Transparenz: Wenn zentrale Informationen nicht jederzeit verfügbar sind 

In vielen bestehenden Systemen erfolgt die Dokumentation von Fahrten noch über fragmentierte Prozesse: telefonische Buchung, manuelle Weitergabe an Fahrer, nachträgliche Dokumentation und separate Abrechnung. Das führt zu einer zentralen Herausforderung: fehlende durchgängige Transparenz. 

Betreiber haben oft keinen vollständigen Echtzeit-Überblick über: 

  • welche Fahrten gerade stattfinden 
  • wie Fahrzeuge ausgelastet sind 
  • wie sich Nachfrage entwickelt 
  • welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden 

Diese fehlende Transparenz erschwert nicht nur die operative Steuerung, sondern auch die strategische Weiterentwicklung des Angebots. 

2. Hoher manueller Aufwand belastet Disposition und Verwaltung 

In vielen AST- und ALT-Systemen ist die Disposition bis heute stark manuell geprägt. Disponenten koordinieren Fahrten telefonisch, passen Planungen händisch an und dokumentieren Änderungen oft parallel in verschiedenen Systemen oder Listen. 

Das führt zu: 

  • hohem Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten 
  • erhöhter Fehleranfälligkeit 
  • begrenzten Möglichkeiten zur Optimierung 

Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fließt nicht in die strategische Steuerung des Verkehrs, sondern in dessen operative Organisation. 

3. No-Shows und ineffiziente Ressourcennutzung 

Ein weiteres häufiges Problem sind kurzfristige Änderungen und No-Shows. Wenn Fahrten telefonisch gebucht und Änderungen ebenfalls telefonisch vorgenommen werden müssen, entstehen zwangsläufig Situationen, in denen Fahrgäste Fahrten nicht rechtzeitig absagen können. 

Die Folge: 

  • Fahrzeuge fahren ohne Fahrgäste zum Abholort 
  • Ressourcen werden gebunden, ohne dass Leistung erbracht wird 
  • Betriebskosten steigen unnötig 

Diese Ineffizienzen entstehen nicht durch mangelnde Nachfrage, sondern durch strukturelle Einschränkungen in der Steuerung. 

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4. Belastung für Fahrerinnen und Fahrer im täglichen Betrieb 

Auch für Fahrerinnen und Fahrer entstehen durch fragmentierte Prozesse zusätzliche Belastungen. Oft erhalten sie Fahrten über Telefon oder Papierlisten, Änderungen werden kurzfristig kommuniziert und Dokumentation erfolgt teilweise manuell. 

Das bedeutet: 

  • zusätzlicher Kommunikationsaufwand 
  • weniger Klarheit über aktuelle Fahrten 
  • unnötige administrative Tätigkeiten 

Ein System, das eigentlich Flexibilität schaffen soll, erzeugt dadurch zusätzliche Komplexität im Alltag.

5. Begrenzte Skalierbarkeit: Wenn Wachstum zur Herausforderung wird 

Mit steigender Bedeutung von AST- und ALT-Verkehren wächst auch ihre Nutzung. Doch viele bestehende Systeme sind nicht darauf ausgelegt, effizient zu skalieren. 

Mehr Nachfrage bedeutet häufig: 

  • mehr manueller Aufwand 
  • höhere administrative Belastung 
  • steigende Komplexität 

Ohne strukturelle Weiterentwicklung steigen die Kosten proportional zur Nutzung – statt durch effizientere Steuerung kontrollierbar zu bleiben. 

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Die gute Nachricht: Diese Herausforderungen sind lösbar 

Die beschriebenen Herausforderungen zeigen deutlich: Viele AST- und ALT-Systeme stoßen im heutigen Rahmen an operative Grenzen. Die eigentliche Herausforderung liegt dabei aber nicht im Verkehr selbst – sondern in der Art und Weise, wie er gesteuert wird. 

Digitale Plattformen ermöglichen heute eine durchgängige Steuerung, schaffen Transparenz und reduzieren operative Komplexität – ohne bestehende Strukturen zu ersetzen. 

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