/ Reading: 3 min.

10. Sep.
/ Germany
Digitale Schiene und Schienenersatzverkehr On-Demand
In Deutschland sollen bis 2025 bis zu 125 Schienenkilometer modernisiert werden. Während der Modernisierung müssen die Fahrgäste von der Schiene auf den Schienenersatzverkehr (SEV) umsteigen. So auch die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart, während dort in diesem Sommer die Stammstrecke modernisiert wird. Trotzdem ist dieser SEV anders, denn: Am Wochenende und in den Wochenendnächten heißt es Stammstrecke offline – S-Bahn On-Demand online.
Modern und digital
Stuttgart 21 ist eines der Leuchtturmprojekte im Bereich der digitalen Schiene. Hier entsteht einer der modernsten Verkehrsknotenpunkte in Deutschland für einen leistungsstärkeren und zuverlässigen Bahnverkehr. Rund sechs Wochen lang wird der S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen gesperrt, um die Strecke fit für die digitale Zukunft zu machen. Stuttgart ist aber nicht nur ein Vorreiterprojekt für die Digitalisierung der Schiene, sondern auch für die Digitalisierung des SEV.

SEV 2.0
Das Bahnnetz sorgt für einen flüssigen Tagesablauf, weshalb bereits kleine Störungen weitreichenden Einfluss haben. Geplante und ad hoc Reparaturen, sowie kurzfristige Störungen des Bahnverkehrs, beeinflussen Groß und Klein auf ihrem Weg zur Arbeit, zur Ausbildungsstätte und in ihrer Freizeitgestaltung. Aus diesem Grund kommt in diesen Zeiten ein Schienenersatzverkehr (SEV) für die gesperrten Strecken zum Einsatz.

Während der digitale Bahnknoten mit neuster Schienentechnologie ausgebaut und modernisiert wird, setzt Stuttgart zusätzlich erstmalig eine moderne und digitale Form des SEV ein. Anstatt des klassischen SEV wird die Mobilität auf der Hauptverkehrsader der baden-württembergischen Landeshauptstadt in Randzeiten durch einen On-Demand-Verkehr gestärkt. Ein absolutes Novum, denn bisher wurde ein On-Demand-Verkehr noch nie für einen SEV eingesetzt. Das Besondere am SEV On-Demand ist zudem die Anzahl der Fahrgäste: Die Shuttles fahren auf Abruf und können per Algorithmus die Fahrtwünsche von bis zu 20 Personen zusammenfassen.

Der On-Demand-SEV beweist in diesem Projekt, dass auch eine größere Anzahl von Fahrtwünschen über die digitale Buchungsplattform optimal koordiniert und gebündelt werden können. Zudem eröffnen sich so neue Mobilitätsmöglichkeiten, wenn in den kommenden Jahren immer wieder Schienenstrecken für die Modernisierung zeitweise vom Netz gehen müssen.

Mit SEV On-Demand entsteht ein effizientes, nutzerfokussiertes und flexibles Angebot des ÖPNV, das per On-Demand-App oder Telefon unkompliziert buchbar ist. Seit dem 31. Juli wird dieses On-Demand-Angebot in Stuttgart eingesetzt und läuft noch bis zum 12. September.

Neuester Artikel

Bus, Bahn, On-Demand-Verkehr, Taxi: Digitale Lösungen machen Mobilität im ländlichen Raum flexibler

Bus, Bahn, On-Demand-Verkehr, Taxi: Digitale Lösungen machen Mobilität im ländlichen Raum flexibler

Flexible Shuttlelösungen dank App-basierter Technologien sind ein wichtiger Schlüssel für die Verbesserung der Mobilitätsversorgung im ländlichen Raum. Auf den ersten Blick erscheinen On-Demand-Verkehre als Konkurrenz für das Taxigewerbe. Auf den zweiten Blick bieten sie eine Möglichkeit auf der Digitalisierung des mobilen Gewerbes aufzusetzen und das Potenzial dieser Mobilitätsform für Taxi und Aufgabenträger gleichermaßen zu nutzen. Taxiunternehmen schließen insbesondere in ländliche Regionen die Lücke zwischen öffentlichen Personennahverkehr und einer autozentrierten Mobilität. On-Demand-Verkehre lassen sich effizient und datenbasiert anhand des tatsächlichen Mobilitätsbedarfs der Bevölkerung planen. Durch die Anbindung an den lokalen ÖPNV und dessen Preissystem werden neue Zielgruppen erschlossen und die Auslastungen erhöht. Bei der Umsetzung können ÖPNV und Taxi flexibel kooperieren, um mehr Mobilität bei weniger Verkehr sicherzustellen.

Verwandte Artikel

Bus, Bahn, On-Demand-Verkehr, Taxi: Digitale Lösungen machen Mobilität im ländlichen Raum flexibler

Bus, Bahn, On-Demand-Verkehr, Taxi: Digitale Lösungen machen Mobilität im ländlichen Raum flexibler

Flexible Shuttlelösungen dank App-basierter Technologien sind ein wichtiger Schlüssel für die Verbesserung der Mobilitätsversorgung im ländlichen Raum. Auf den ersten Blick erscheinen On-Demand-Verkehre als Konkurrenz für das Taxigewerbe. Auf den zweiten Blick bieten sie eine Möglichkeit auf der Digitalisierung des mobilen Gewerbes aufzusetzen und das Potenzial dieser Mobilitätsform für Taxi und Aufgabenträger gleichermaßen zu nutzen. Taxiunternehmen schließen insbesondere in ländliche Regionen die Lücke zwischen öffentlichen Personennahverkehr und einer autozentrierten Mobilität. On-Demand-Verkehre lassen sich effizient und datenbasiert anhand des tatsächlichen Mobilitätsbedarfs der Bevölkerung planen. Durch die Anbindung an den lokalen ÖPNV und dessen Preissystem werden neue Zielgruppen erschlossen und die Auslastungen erhöht. Bei der Umsetzung können ÖPNV und Taxi flexibel kooperieren, um mehr Mobilität bei weniger Verkehr sicherzustellen.

NACHGEFRAGT bei Philipp Hanßen

NACHGEFRAGT bei Philipp Hanßen

Philipp Hanßen ist Verkehrsplaner im Mobility Analytics and Consulting (MAC) Team von ioki. Er begann seinen Weg bei ioki vor 2,5 Jahren zunächst als Praktikant und Werkstudent im MAC- Team und verfasst aktuell seine Abschlussarbeit zur Erlangung seines Masters im Fach Verkehrsingenieurwesen bei ioki. Die Arbeit beleuchtet die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Einsatz von On-Demand-Verkehren im ländlichen Raum. Seit Ende 2021 unterstützt er das interdisziplinäre Team als Verkehrsplaner dabei, die Verkehrswende aktiv mitzugestalten.