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10. Feb. 2026
/ Germany
Warum klassische Linienverkehre strukturell an ihre Grenzen stoßen – und weshalb AST und ALT strategisch neu gedacht werden müssen
Der öffentliche Personennahverkehr steht unter massivem Transformationsdruck. Klimaziele, steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel und veränderte Mobilitätsbedürfnisse treffen insbesondere Kommunen und Landkreise. Während in Ballungsräumen Angebotsverdichtungen diskutiert werden, stellt sich im ländlichen Raum eine andere Frage: Wie lässt sich Mobilität wirtschaftlich, zuverlässig und flächendeckend sichern?

Wirtschaftlicher Druck im ÖPNV wächst 

Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind die Kosten im ÖPNV in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gründe sind unter anderem höhere Energiepreise, steigende Personalkosten, zunehmender Fachkräftemangel und Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur (VDV-Jahresbericht 2023/2024).

Gleichzeitig zeigen Untersuchungen zum Mobilitätsverhalten, dass außerhalb der Hauptverkehrszeiten die Auslastung im ländlichen Raum häufig deutlich unter der wirtschaftlich sinnvollen Schwelle liegt. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sind dünn besiedelte Regionen aufgrund geringer Bevölkerungsdichte, demografischer Alterung und disperser Siedlungsstrukturen besonders stark von strukturellen Herausforderungen betroffen. In solchen Räumen ist ein wirtschaftlich tragfähiges und flächendeckendes Mobilitätsangebot oftmals schwierig zu realisieren (BBSR 2025: Demografische Alterungsprozesse. Chancen und Herausforderungen für die Regionalentwicklung).

Das Problem ist strukturell:

  • Linien verkehren unabhängig von tatsächlicher Nachfrage.
  • Taktgebundene Systeme lassen sich nur begrenzt flexibel anpassen.
  • Wirtschaftlichkeit leidet besonders in Tagesrandlagen und peripheren Gebieten.

Klassische Linienverkehre sind für Verdichtungsräume konzipiert – nicht für hochdynamische, nachfrageschwache Kontexte.

Warum AST und ALT heute relevanter sind als je zuvor

Anruf-Sammel-Taxi (AST) und Anruf-Linien-Taxi (ALT) sind keine neuen Konzepte. Sie existieren seit Jahrzehnten als flexible Ergänzung oder Ersatz klassischer Linienverkehre – insbesondere in ländlichen Regionen und in Tagesrandlagen.

Gerade in Zeiten steigender Kosten gewinnen diese bewährten Modelle wieder strategische Bedeutung, denn sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Bedienung schwach ausgelasteter Gebiete, reduzieren unnötige Fahrten im Vergleich zu starren Linien und sichern Mobilität, wo klassische Busverkehre nicht wirtschaftlich darstellbar sind.

Bewährte Modelle – gewachsene Strukturen

Viele Landkreise verfügen bereits über etablierte Bedarfsverkehre. Diese Systeme sind historisch gewachsen, organisatorisch eingebettet und operativ eingespielt. Genau darin liegt ihre Stärke – und gleichzeitig ihre Herausforderung. 

Typische Pain Points, die sich in vielen Regionen zeigen: 

  • hoher manueller Dispositionsaufwand
  • begrenzte Datentransparenz
  • eingeschränkte Auswertungsmöglichkeiten
  • Medienbrüche zwischen Buchung, Disposition und Abrechnung
  • geringe Skalierbarkeit bei steigender Nachfrage 

Diese Herausforderungen sind weniger ein operatives Einzelproblem – sondern Ausdruck eines systemischen Themas. 

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Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Mehrere Entwicklungen sprechen dafür, die Digitalisierung von Bedarfsverkehren jetzt strategisch anzugehen: 

Demografischer Wandel

Laut Statistischem Bundesamt wird der Anteil älterer Menschen insbesondere in ländlichen Regionen weiter steigen (Destatis, Bevölkerungsvorausberechnung 2023). Flexible Mobilitätsangebote sind hier essenziell.

Haushaltsdruck auf Kommunen

Viele Landkreise stehen vor begrenzten finanziellen Spielräumen. Effizienz wird zur zentralen Steuerungsgröße.

Klimafreundliche Mobilität

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung betont die Notwendigkeit attraktiver Alternativen zum Individualverkehr. Flexible Bedarfsverkehre können hier eine entscheidende Rolle spielen.

Wer heute bestehende AST- und ALT-Strukturen digitalisiert, schafft nicht nur operative Effizienz, sondern legt die Basis für zukünftige Mobilitätsmodelle. 

Plattformen als Schlüssel zur Digitalisierung

Die Digitalisierung von Bedarfsverkehren bedeutet nicht zwangsläufig eine komplette Neuausrichtung des Angebots. Vielmehr geht es darum, bestehende Strukturen intelligent abzubilden und steuerbar zu machen. 

ioki Platform

Digitale Plattformen ermöglichen: 

  • dynamische Disposition und optimierte Routenplanung 
  • vollständige Transparenz über Fahrten und Auslastung 
  • revisionssichere Dokumentation 
  • datenbasierte Auswertung für strategische Entscheidungen 
  • Integration von Linien- und Bedarfsverkehren in ein gemeinsames System 

Damit entsteht eine digitale Steuerungsebene, die sowohl klassische Linienverkehre als auch flexible Angebote miteinander verbindet. 

 

Fazit

Die Zukunft des ÖPNV entscheidet sich nicht allein am Ausbau neuer Angebote, sondern an der intelligenten Weiterentwicklung bestehender Strukturen. AST- und ALT-Verkehre sind vielerorts bereits etabliert. Ihr Potenzial liegt jedoch zunehmend in der Art und Weise, wie sie gesteuert werden.

Digitale Plattformen schaffen Transparenz, Effizienz und Anpassungsfähigkeit – und machen aus bewährten Modellen strategische Steuerungsinstrumente. Wer heute in eine digitale Basis investiert, erhöht nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern gewinnt Handlungsspielraum für das, was morgen kommt.

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