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15. Mai.
/ Germany
Ist Pendeln noch up-to-date?
Stressfaktor Arbeitsweg: Was derzeit für viele aufgrund flexibler Homeoffice-Lösungen ent-fällt, ist unter normalen Umständen häufig der zeit- und nervenraubende Part des Arbeits-tages. Denn über 45 Prozent der Beschäftigten pendeln täglich zur Arbeit.

Davon arbeiten wiederum 33 Prozent laut TK-Studie entweder in einem direkt benachbarten Wohnkreis oder bis zu maximal 50 km von diesem entfernt. Knapp 7 Prozent der Befragten nehmen einen Arbeitsweg in Kauf, der mindestens 50 km beträgt. Und schließlich: 4 Prozent legen täglich sogar eine Strecke von über 200 Kilometer zurück, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen.

Für die Pendler bedeuten diese Zahlen vor allem eins: Stress. Zum üblichen Arbeitstag kommt eine nicht unerhebliche Wegezeit hinzu, die Angst des Zuspätkommens durch unkontrollierbare Straßenverhältnisse wie Staus lässt unseren Puls rasen oder der ständige Kampf mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus aufgrund des Pendelns am frühen Morgen oder späten Abend stellt ein Risiko im Straßenverkehr dar.

Kurzum: Pendeln belastet. Aus der Studie der Techniker Krankenkasse „Mobilität in der Arbeitswelt“ geht hervor, dass Berufspendler deutlich öfters unter physischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depression oder Reizbarkeit leiden.

Nun hat uns die aktuelle Situation gezeigt, dass es durchaus auch Alternativen zum täglichen Arbeitsweg gibt: Das Homeoffice erspart uns das lästige Im-Stau-Stehen, das Hetzen zur Bahn oder die leidige Parkplatzsuche am Ende eines langen Arbeitstages. Doch trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass wir nach der Krise unsere bisherigen Arbeitsplätze vollständig über Bord werfen und nur noch aus dem Homeoffice arbeiten. Denn gerade in einer so digitalen, vernetzten und schnelllebigen Arbeitswelt wie der unseren darf eins nicht zu kurz kommen: der persönliche Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten in einem ruhigen, professionellen Umfeld.

Dass dieses Setting vor allem auch von den Arbeitnehmern nach einer langen und manchmal auch aufreibenden Zeit im Homeoffice wieder herbeigesehnt wird, lässt sich aktuell an vielen Stellen heraushören. „Zurück ins Büro“ lautet momentan vielerorts die Devise.

Doch wie begegnet man dem Problem des täglichen Arbeitswegs – vor allem auch als Arbeitgeber – nun am besten und welche Lösungen für eine bedarfsgerechte und sichere Mitarbeitermobiliät gibt es?

Die warmen Temperaturen und das gute Wetter lassen jedes Jahr zum Frühlingsanfang viele Pendler auf das Fahrrad umsteigen – und Corona tut sein Übriges. Ab einer gewissen Entfernung entfällt diese Option jedoch – zumindest für alle Normalsportlichen unter uns. Die öffentlichen Verkehrsmittel hingegen sind ganzjährige ein beliebtes Fortbewegungsmittel der Pendler – doch Umstiege und Verspätungen schmälern den Komfort.

Eine echte Alternative können vom Arbeitgeber organisierte Mitarbeiter-Shuttle sein. Ob von der jeweiligen Haustür bis direkt vor das Bürogebäude, als schnelle und unkomplizierte Überbrückung der ersten und letzten Meile auf dem Arbeitsweg, als klassischer Werkverkehr zwischen zwei Standorten oder als Anbindung des Firmensitzes zu Knotenpunkten wie Bahnhof oder Flughafen: On-Demand-Lösungen für Mitarbeiter können einen bedarfsgerechten Bestandteil im Arbeitsalltag bilden und werden gleichzeitig vielfach als echter Benefit wahrgenommen. Der Clou: Das Unternehmen überzeugt dabei nicht nur seine Mitarbeiter, sondern tut auch noch etwas Gutes für die Umwelt. Denn die Verlagerung der Pendlerbewegung aus dem motorisierten Individualverkehr in den individualisierten ÖPNV ist ein echter Nachhaltigkeits-Booster.

Wie genau ein solcher On-Demand-Werkverkehr am Ende aussehen kann, berichten wir in den nächsten Wochen im Detail. Dranbleiben und mitlesen lohnt sich!

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Nachgefragt bei Prof. Peter Eckart

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Prof. Peter Eckart studierte Produktdesign an der Bergischen Universität GHS Wuppertal und später an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Im Jahr 2000 gründete er zusammen mit Bernd Hilpert das Designbüro unit-design, Frankfurt, Bern, mit dem er unter anderem auch für die Deutsche Bahn tätig ist. Seit dem Jahr 2000 ist Peter Eckart Professor für integrierendes Design an der HfG Offenbach und seit 2011 Vizepräsident der Hochschule. Sein zentrales Forschungs- und Gestaltungsfeld ist Mobilitätsdesign. Seit 2018 leitet er mit Prof. Dr. Kai Vöckler ein interdisziplinäres LOEWE Forschungsprojekt mit den Bereichen Stadt- und Verkehrsplanung, sozialwissenschaftliche Mobilitätsforschung, multimediale Technologien und Design mit dem Titel project-mo.de, das sich mit der Rolle von Design bei der Veränderung des Mobilitätsverhaltens beschäftigt.