ioki | Website Systembild | Logo negativ

/ Reading: 4 min.

22. Mai 2020
/ Germany
Mobilität in Spanien
Mobilität ist nicht nur die Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Handel, sondern auch für das persönliche Wohlbefinden der Menschen. Sie eröffnet Chancen sowohl für den Individualverkehr als auch für die Gemeinschaft als Ganzes und ist ein globales Phänomen mit lokaler Ausprägung. Denn die Mobilität gibt es nicht. So lassen sich zum Beispiel auf dem Land vollständig andere Anforderungen an Mobilität feststellen als in urbanen Ballungsräumen. Zieht man die Grenze noch etwas größer und betrachtet Mobilität im internationalen Vergleich, wird deutlich: Wirtschaftliche, kulturelle und geographische Unterschiede haben einen maßgeblichen Einfluss auf unser Verständnis von Mobilität.
Gen Norden haben wir unseren Blick bereits in einem vorherigen Beitrag schweifen lassen. Passend zum Frühsommer nähern wir uns heute dem Süden an und fragen: Wie steht es um die Mobilität in Spanien?

Mit 506.000 km2 Fläche, 50 Provinzen mit mehreren Metropolen wie Barcelona, Valencia oder Sevilla und vielen ländlichen Regionen bietet Spanien Potential für vielfältige Mobilitätslösungen. Ein genauer Blick auf das öffentliche Verkehrssystem zeigt, dass Spanien im Vergleich zu anderen Ländern in Europa in den letzten 20 bis 30 Jahren am meisten in neue Infrastruktur investiert hat. Dies gilt besonders für das U-Bahn-Netz in den Metropolen. Ein Großteil der spanischen Bevölkerung (ca. 80,8%) lebt in den Großstädten, doch Verbindungen in den ländlichen Raum sind ebenso gut vorhanden. Hierbei ist das spanische Busnetz deutlich dichter ausgelegt als das Schienennetz der staatlichen Eisenbahngesellschaft und verbindet auch noch die kleinsten, abgelegenen Ortschaften miteinander. Die Frequenz der Busfahrten richtet sich jedoch zum einen nach dem Fahrtziel, zum anderen aber auch nach der Jahreszeit, Feiertagen etc. Mangelhafte Taktung, oftmals fehlende Direktverbindungen und allgemein geringe Flexibilität macht den ÖPNV für viele Bewohner in ländlichen Regionen daher kaum zu einer echten Alternative zum Individualverkehr. Und so fahren die Spanier trotz ihres ausgebauten öffentlichen Verkehrssystems gerne Taxi. Die Preise sind hierbei im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger, der positive Effekt auf die Umwelt jedoch auch. Ab 2025 sollen alte Taxis daher durch emissionsarme oder gänzlich emissionsfreie Fahrzeuge ersetzt werden.  

Darüber hinaus hat Spanien als Teil der Europäischen Union weitere, verschiedene Initiativen eingeleitet, um die Mobilität im Land nachhaltiger zu gestalten und Autofahrten zu minimieren. Dabei geht die Hauptstadt mit positivem Beispiel voran: Madrid hat sich verpflichtet, seine Luftverschmutzung deutlich zu reduzieren. Dazu hat die Stadt im Zentrum die Zone „Madrid Central, eine 472 Hektar große Umweltzone kreiert. Die “Low-Emission Zone” wurde 2018 von der Stadt genehmigt, da der Autoverkehr dort für einen erheblichen Teil der Emissionen verantwortlich war. Aktuelle Messungen halten fest, dass ”Madrid Central” eine der effektivsten Zonen Europas ist, da sie zu einer 32%igen Reduzierung der Emissionswerte führte.  

Eine Entwicklung, die auch an der Automobilindustrie nicht spurlos vorbeigeht: Die stetig wachsenden Restriktionen für Dieselkraftstoffe begünstigen einen Rückgang entsprechender Fahrzeuge. Die Automobilindustrie setzt daher bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge vor allem auf E-Autos. Gleichzeitig bietet das Land einen fruchtbaren Boden für neue Mobilitätsformen. Denn mit dem aktuellen Trend in Richtung Nachhaltigkeit schaffen auch die spanischen Behörden vermehrt Anreize zur Etablierung neuer Angebote wie Carsharing, Mikromobilität und E-Fahrzeugen.  

Car Sharing
Vor allem in Metropolen wie Madrid ist Carsharing eine häufig genutzte Alternative und besonders bei den jüngeren Bewohnern äußerst beliebt. In Madrid stehen insgesamt über 3.000 Fahrzeuge zur Verfügung, die bei Carsharing-Anbietern wie Ubeeqo, Respiro, Zity, car2go, emov und wible in einem Zeitraum von nur vier Jahren in Betrieb gegangen sind.  

E-Mobilität
In 2019 hat die spanische Regierung die Neuauflage ihres eMobility-Subventionsprogramms verabschiedet. Im Fokus steht dabei die Förderung von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur, um die Klimaziele des Landes mit Hilfe von elektrischen Fahrzeugen zu erreichen.  

Ein Blick in die Zukunft
Eine Studie im Rahmen der Europäischen Woche der Mobilität zeigt auf, dass 64% der Digital Natives in Spanien ohne eigenes Fahrzeug planen, wohingegen im Vergleich 43% der Generation Z (geboren zwischen 1961 und 1979) und 16% der Babyboomer (Ende 40 und Anfang 60) auf den Besitz eines privaten Fahrzeugs verzichten würden. Ein deutliches Indiz dafür, dass vor allem die junge Bevölkerung Spaniens den Faktor Nachhaltigkeit in ihre Mobilitätsentscheidungen mit einfließen lässt und sich besonders für technologische Innovationen wie autonome Transportmittel begeistert 

 

Neuester Artikel

Einfacher unterwegs mit der ioki Fahrzeug-App: Ein Einblick in die Navigations-App für On-Demand-Verkehre

Einfacher unterwegs mit der ioki Fahrzeug-App: Ein Einblick in die Navigations-App für On-Demand-Verkehre

Die ioki Fahrzeug-App ist neben der ioki Fahrgast-App und dem ioki Operator ein wichtiger Teil der ioki Platform. Sie wurde speziell kreiert, um eine möglichst reibungslose Fahrt für das Fahrpersonal, eine komfortable Reise für Fahrgäste und einen effizienten Betrieb für Verkehrsunternehmen zu ermöglichen.
Aktuell ist der Einsatz von Bedarfsverkehren oft mit einem hohen bürokratischen und papiergebundenen Arbeitsaufwand verbunden. Durch den Einsatz der ioki Platform und die Nutzung der App wird dieser eliminiert.

Verwandte Artikel

Was ist eigentlich… New Mobility?

Was ist eigentlich… New Mobility?

„New Mobility“, auf Deutsch „neue Mobilität“, wird oft auch als “Smart Mobility” bezeichnet und ist ein Sammelbegriff für viele Innovationen rund um das Thema Technologie und Mobilität. Diese neuen Mobilitätsangebote kombinieren die Digitalisierung mit der klassischen Mobilität und nutzen dabei die Vorteile des Internets. New Mobility Angebote sind unter anderem Bikesharing, On-Demand-Verkehre, Ride Hailing und Smart Parking. 

Seniorenfreundlicher ÖPNV: Wie muss ein altersgerechter Öffentlicher Nahverkehr aussehen?

Seniorenfreundlicher ÖPNV: Wie muss ein altersgerechter Öffentlicher Nahverkehr aussehen?

Die Bevölkerung in Europa altert: 2019 war mehr als ein Fünftel (20,3 Prozent) der Einwohnerinnen und Einwohner der EU-27 mindestens 65 Jahre alt. Tendenz weiter steigend. Der demographische Wandel ist für den Nahverkehr eine Herausforderung, kann aber mit einem passgenauen Mobilitätsangebot für Seniorinnen und Senioren auch eine Wachstumschance sein. Denn, wenn ältere Personen nicht mehr Auto fahren, sind sie verstärkt auf den ÖPNV angewiesen, um weiterhin am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen zu können.