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21. Jan.
/ Germany
NACHGEFRAGT bei Andreas Schwarzkopf
Seit 2010 ist Andreas im Mobilitätsuniversum unterwegs: Von flinc, über den DB-Fuhrparkservice bis hin zu seiner Position als Head of Backend Engineering bei ioki hat Andreas schon an einigen Stationen Halt gemacht. Bei ioki kümmert er sich mit seinen über 20 Jahren IT-Expertise darum, neue Architekturen und Einzelkomponenten für unser Betriebssystem zu entwickeln und die vorhandenen Architekturen zu erweitern, unter anderem auch um unser Betriebssystem für andere Transportanbieter zu öffnen – kundenzentriert und bedarfsgerecht. Andreas, vielen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast.

Als Backend-Entwickler bist Du mit deinem Team für die Entwicklung der zentralen ioki-Softwareplattform und deren Schnittstellen verantwortlich. Im Fokus Eurer Arbeit stehen also Softwareentwicklungen, die Algorithmik für Geodaten und die Steuerung aller Software-bezogenen Abläufe. Wie genau kann man sich Euren Arbeitsalltag vorstellen?  

In einem Zeitintervall von 14 Tagen nehmen wir Aufgaben entgegen und verwandeln diese in einen funktionierenden, getesteten Code, welcher nach Fertigstellung im Live-Betrieb ausgerollt wird. Softwareentwicklung ist eine individuelle Kunst, in der jeder Entwickler selbst kreativ tätig wird und zur Lösung eines Problems beiträgt.

Wir arbeiten kontinuierlich an unserer Datenhaltung und auch an der Anbindung und Integration von unserem System in externe Systeme. Insbesondere die “Mobility as a Service” (MaaS) Integration – ist ein wichtiger Meilenstein in unserer strategischen Entwicklung. Dazu haben wir eine eigene Schnittstelle, unsere “Plattform API”, entworfen mit der unsere Partner, aber auch wir intern, verschiedenste Anwendungsfälle entwickeln können. Konkret wollen wir nicht einfach nur unsere Ergebnisse in anderen Apps angezeigt wissen, sondern wollen es unseren Partnern ermöglichen, dass diese in der App suchen und verbindlich buchen können: Eine Tiefenintegration, bei der unsere Partner ihre eigenen Apps erstellen und das ioki System im Hintergrund nutzen.

In Kooperation mit Mobimeo war es nun erstmals möglich, On-Demand-Buchungen über eine MaaS-App anzubieten – Wir haben also einen Programmteil unserer Software einem anderen Softwaresystem zur Anbindung zur Verfügung gestellt. Welche Möglichkeiten bieten wir unseren Kunden durch die neue Schnittstellenfunktion? 

Die erfolgreiche Integration unserer Schnittstellen durch Mobimeo beweist, dass die geplanten Softwarearchitekturänderungen und Datenmodelle der ioki-Plattform in der Praxis für andere Firmen nutzbar sind. Es handelt sich hier nicht um ein Testprojekt oder eine Machbarkeitsstudie, sondern um ein reales Produkt, welches nun am Markt ist und Menschen bewegt. Außerdem zeigt es an einem realen Beispiel auf, welche Aufwände und Schritte für eine Tiefenintegration notwendig sind. Nachdem die Schnittstellen gemeinsam definiert und umgesetzt wurden hat das Mobimeo Team innerhalb weniger Wochen die eigentliche Integrationsleistung erbracht.

Die konkreten neuen Möglichkeiten erweitern unser API-Portfolio um die Usecases “Beauskunftung”, “Verbindliche Fahrtanfrage und Buchung” bis hin zur “Plandatensynchronisation” mit Fremdsystemen.

Welche speziellen Anforderungen müssen gegeben sein, um die neue ioki Schnittstellenfunktion nutzen zu können?

Die neue Schnittstelle trägt den Namen “Plattform API” – sie ist im Gegensatz zur bestehenden “Fahrer API” und “Fahrgast API” nicht dazu entworfen worden, um mobile Apps zu entwickeln, sondern richtet sich in erster Linie an Integrationspartner, die auf Entwicklungsleistung zurückgreifen können, um Ihre Backendsysteme mit unserem zu integrieren. Wird unsere API in ein bestehendes Backendsystem integriert, ist sie ein mächtiges Werkzeug, um ausgewählte Teile oder den gesamten Vermittlungsprozess zu steuern oder zu beeinflussen. Das größte Lob für unsere Arbeit war kürzlich eine wortwörtliche Aussage von Entwickler zu Entwickler, die lautete “Es hat Spaß gemacht euch zu integrieren”.

Gibt es bestimmte technische Hürden, die es bei der Tiefenintegration in andere Systeme zu beachten gilt?

Aus unserer Sicht gab es eine besondere Hürde zu nehmen: Wir sind ein multimandantenfähiges System. Das heißt für die Entwicklung, dass wir dafür sorgen müssen, dass alle Änderungen am System kompatibel mit allen bereits bestehenden Anforderungen sind. Unsere Lösung trennt Kundendaten und ermöglicht es dadurch mit mehreren Integrationspartnern, die auch rechtlich eigene Nutzungsbedingungen mit ihren Kunden abschließen, in einem DRT-System eine gemeinsame Kundenbasis aufzubauen. Da all diese Prozesse von uns bereits abgefedert werden hat man als Integrationspartner einen fertigen Fahrplan, wie die Entwicklung am Ende laufen kann.

Mal fernab von API’s, Betriebssystemen und IT-Infrastruktur: Was treibt dich persönlich an, den digitalen Mobilitätswandel voranzutreiben?

Ich möchte Mobilität bedarfsgerecht und zeitgemäß gestalten. Das bedeutet für mich mit meinem Team tatsächlichen Problemen mit smarten Lösungen gegenüberzutreten.

Außerdem spornt mich der Gedanke an, als Familienvater meinen drei kleinen Kindern eines Tages einmal eine bezahlbare Mobilitätsflatrate an die Hand geben zu können und sie in unserer Stadt mobil zu wissen, ohne 5 Autos auf dem Parkplatz stehen zu haben.

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Martin Neubauer hat schon an mehreren Haltestellen im Mobilitätssektor Halt gemacht. Seit zwei Jahren ist er bei PostAuto tätig und ist hier verantwortlich für den Geschäftsbereich des autonomen Fahrens. Seit Ende 2020 hat er außerdem sein Mandat als Geschäftsleiter des Vereins Swiss Association for Autonomous Mobility inne. Wir haben von Martin spannende Insights rund um die Entwicklung autonomer Verkehre im ÖPNV erfahren.