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18. Mrz.
/ Deutschland
ioki startet Werksverkehr mit Roche
Ist es möglich, Pkw-Pendler für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen, wenn man ihnen eine durchgängige Reisekette anbietet? Um diese Frage zu beantworten, testet ioki mit 25 Roche-Mitarbeitern einen externen Werksverkehr an. Gestartet ist das Pilotprojekt am 12. März und wird ganze sechs Wochen laufen.

ioki als Zubringer für den Schienenpersonennahverkehr

Der Praxistest umfasst ein abgestimmtes On-Demand-Angebot mit dem bestehenden, regionalen Schienenverkehr in Lampertheim und Umgebung. Die Reisekette wird durch den Pilotteilnehmer ausgelöst, indem er seine Fahrt per App bestellt. Start ist eine virtuelle Haltestelle, die maximal 200 Meter vom Zuhause des Nutzers entfernt liegt. Von dort aus bringt der Shuttle den Fahrgast zum Lampertheimer Bahnhof. Am Zielbahnhof Mannheim-Waldhof wartet dann bereits ein Shuttle, der die Arbeiter gebündelt bis ans Werkstor von Roche fährt.

„Wenn wir es schaffen, den Weg zwischen Haustür und Bürotür für Pendler zu vereinfachen, können wir für unsere Kunden einen echten Mehrwert schaffen. Das bedeutet, weniger Verkehr, eine bessere Umweltbilanz eines jeden einzelnen und Mobilität für alle Menschen nachhaltig zu sichern.“

Frank Klingenhöfer, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Mitte.

Mitarbeitermobilität als Problem für Arbeitgeber

Die Arbeitgeber der Region stehen vor den Herausforderungen, Mobilität ihrer Mitarbeiter künftig so zu fördern, dass weniger Zeit im Stau verschwendet, weniger Parkplätze benötigt und damit mehr für den Umweltschutz aber auch für die Attraktivität als Arbeitgeber getan wird. Diese Gedanken macht sich auch die Firma Roche in Mannheim, die am Standort mit mehr als 8.000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Metropolregion Rhein-Neckar zählt.

„Die Mitarbeiter von Roche in Mannheim haben unterschiedlichste Anforderungen an Mobilität: Dem jungen Vater, der morgens sein Kind in die Kita bringt, möchten wir genau so eine möglichst umweltgerechte und attraktive Lösung bieten wie der Mitarbeiterin ohne eigenes Auto. Im Pilotprojekt mit der DB wollen wir testen, ob wir mit dem On-Demand-Angebot den öffentlichen Nahverkehr für unsere Mitarbeiter noch attraktiver gestalten können.“

Roche-Werkleiter Martin Haag

Vernetzte Mobilität als Antwort auf verkehrliche Herausforderungen

ioki verfolgt die Vision, den ÖPNV so zu stärken, dass ein eigenes Auto überflüssig wird und den Bürgern eine durchgängig komfortable Reisekette geboten werden kann. Insbesondere in der Rhein-Main Region mit diversen, bedeutenden Arbeitgebern ist die Anzahl an Einpendlern groß. Nach Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer von ioki, kann den verkehrlichen Herausforderungen mit vernetzten Angeboten rund um den ÖPNV entgegnet werden, um so auch die Aufenthaltsqualität in Städten zu steigern und Verkehrsströme perspektivisch effizienter zu leiten.

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NACHGEFRAGT bei Silke Höhl

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Silke Höhl ist Doktorandin im Research Lab for Urban Transport (ReLUT) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Die Bau- und Wirtschaftsingenieurin gewann 2019 beim Innovationspreis der Allianz Pro Schiene den Wettbewerb „Beste Idee 2019“. Ihr Konzept: Eine innovative Paketlieferung. Dabei geht es nicht darum, eine neue Verkehrsinfrastruktur auf die Beine zu stellen, sondern den in den Städten bereits gut ausgebauten ÖPNV zu nutzen. Die Idee: U- und Straßenbahnen übernehmen den Transport der Pakete in die Innenstädte und ein Lastenrad übernimmt von dort aus die letzten die Kilometer bis zur Haustür.

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