/ Reading: 3 min.

11. Mrz 2019
/ Deutschland
Mobility on Top! European Mobility Manifesto 2019
Vom 23.-26. Mai finden die Wahlen für das 9. europäische Parlament statt. Die UITP (Union Internationale des Transports Publics) veröffentlicht in diesem Rahmen das Mobility on top! European Mobility Manifesto 2019.

Was ist die UITP?

Die UITP versteht sich als weltweit einziges Netzwerk, das alle öffentlichen Verkehrs-Interessensgruppen und nachhaltige urbane Transport- und Mobilitäts-Modelle zusammenführt. Bisher sind mehr als 1.600 ÖPNV-, Mobilitäts- und andere Unternehmensmitglieder aus 99 Ländern in diesem Netzwerk unter folgendem Credo vertreten:

“We are working to enhance quality of life and economic well-being by supporting and promoting sustainable transport in urban areas worldwide.”

UITP.org

Was ist das Manifesto?

Die Zielvorgabe besteht vor allem darin, dass das Thema Mobilität und der öffentliche Verkehr von den Entscheidungsträgern der EU als erste Priorität gehandhabt wird. Die UITP sieht sich hier in der Verantwortung, 450 ÖPNV-Betriebe aus allen EU-Staaten zu vertreten.

Um dem ÖPNV und alternativen Mobilitätskonzepten eine zentrale Rolle im alltäglichen urbanen Stadt- und Landleben zu ermöglichen, umfasst das Manifesto vier Schlüsselprioritäten, die in der nächsten Legislatur vorrangig besprochen werden sollen:

  1. Policy: Es muss sichergestellt werden, dass Mobilität einen ausschlaggebenden Teil der europäischen Politik ausmacht.
  2. Financing: Es sollen vermehrt Investments für die Mobilitätsbranche bereitgestellt werden.
  3. Multimodality: Der ÖPNV soll das Rückgrat der Mobilitätsservices bilden.
  4. Better Regulation: Es muss ein maßgeschneiderter Rahmen garantiert werden, um Mobilität als zentrales Thema halten zu können.

Warum ist der ÖPNV so wichtig?

Unter dem Motto: Public Transport Moving Forward stellt die UITP die Vorteile und Leistungen des öffentlichen Verkehrs dar:

  • Der ökonomische Faktor: Der Verdienst am ÖPNV liegt fünf Mal höher, als das ursprüngliche finanzielle Investment.
  • Es werden bis zu 2 Millionen zusätzliche lokale Jobs kreiert.
  • Der soziale Zusammenhalt: Menschen kommen im ÖPNV zusammen.
  • Gesundheitspolitik: Durch die erste und letzte Meile werden Menschen dazu angeregt, das Auto stehen zu lassen und zum ÖPNV zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen.
  • Der Verkehr wird entlastet und Raum geschaffen: 1 voller Bus entspricht 40 Autos und 1 voll besetzte Straßenbahn würde 600 Autos von den Straßen verbannen.
  • Städte werden durch weniger Stau, Luftverschmutzung und Emissionen lebenswerter.
  • Sicherheit: Der Busverkehr ist statistisch gesehen sicherer als Auto fahren.

Seit dem 27.02.2019 kann man dieses Manifest unterschreiben. Das Mobilitätsfeld ist in einem ständigen Wandel und auch der ÖPNV muss sich diesen Gegebenheiten anpassen. Diese Themen sind ebenso eng mit der Digitalisierung und sozialpolitischen Themen etc. verbunden. Es bleibt also spannend welche Schwerpunkte innerhalb der nächsten Legislatur der EU gewählt werden.

Bild (alle Rechte vorbehalten): unsplash

Neuester Artikel

Seniorenfreundlicher ÖPNV: Wie muss ein altersgerechter Öffentlicher Nahverkehr aussehen?

Seniorenfreundlicher ÖPNV: Wie muss ein altersgerechter Öffentlicher Nahverkehr aussehen?

Die Bevölkerung in Europa altert: 2019 war mehr als ein Fünftel (20,3 Prozent) der Einwohnerinnen und Einwohner der EU-27 mindestens 65 Jahre alt. Tendenz weiter steigend. Der demographische Wandel ist für den Nahverkehr eine Herausforderung, kann aber mit einem passgenauen Mobilitätsangebot für Seniorinnen und Senioren auch eine Wachstumschance sein. Denn, wenn ältere Personen nicht mehr Auto fahren, sind sie verstärkt auf den ÖPNV angewiesen, um weiterhin am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen zu können.

Verwandte Artikel

Seniorenfreundlicher ÖPNV: Wie muss ein altersgerechter Öffentlicher Nahverkehr aussehen?

Seniorenfreundlicher ÖPNV: Wie muss ein altersgerechter Öffentlicher Nahverkehr aussehen?

Die Bevölkerung in Europa altert: 2019 war mehr als ein Fünftel (20,3 Prozent) der Einwohnerinnen und Einwohner der EU-27 mindestens 65 Jahre alt. Tendenz weiter steigend. Der demographische Wandel ist für den Nahverkehr eine Herausforderung, kann aber mit einem passgenauen Mobilitätsangebot für Seniorinnen und Senioren auch eine Wachstumschance sein. Denn, wenn ältere Personen nicht mehr Auto fahren, sind sie verstärkt auf den ÖPNV angewiesen, um weiterhin am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen zu können.

„Mind the (Gender Data) Gap” – Diversity Lunch bei ioki

„Mind the (Gender Data) Gap” – Diversity Lunch bei ioki

Kaum ein gesellschaftliches Thema ist so relevant wie Diversität und die Inklusion aller im Alltag. Auch in unseren Unternehmenswerten ist dieses Thema fest verankert und wir setzen uns für eine diverse und inklusive Kultur ein. Um dies auch aktiv umzusetzen und zu leben, haben wir eine interne Arbeitsgruppe gegründet, die sich den wichtigen Themen Diversität und Inklusion verschrieben hat.