/ Reading: 3 min.

23. Aug.
/ Deutschland
Studie belegt: Mehrheit benötigt kein eigenes Auto mehr
Intelligente Mobilitätskonzepte könnten über die Hälfte der privaten Autos überflüssig machen.

Ein Blick auf Deutschlands Straßen suggeriert: Der Verkehr nimmt mehr und mehr zu. Die Folge? Staus, Umweltverschmutzung und Parkplatzprobleme. Auch auf dem Land scheint das eigene Auto noch immer heiß begehrt zu sein: Denn aufgrund lückenhafter Anbindungen an den ÖPNV ist der private PKW noch immer die unkomplizierteste Lösung. Eine Herausforderung, derer sich der ÖPNV in den nächsten Jahren sicherlich stellen muss.

Dies bestätigt auch eine Umfrage von Forsa, im Auftrag der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Nur etwa 35 Prozent der auf dem Land Lebenden sind mit dem bestehenden öffentlichen Nahverkehr zufrieden. In der Stadt sieht das Ganze hingegen schon ganz anders aus! Hier ist die Zufriedenheit wesentlich höher – rund 78 Prozent der Großstädter sind sehr oder eher zufrieden mit dem ÖPNV.

52 Prozent der Befragten haben sogar angegeben, dass sie komplett auf ihr Auto verzichten würden, WENN zusätzlich zum bestehenden ÖPNV, noch weitere ergänzende Angebote wie zum Beispiel Carsharing, flächendeckend angeboten würden.

Nun sind Carsharing oder Shuttle-Services nichts, was es nicht schon gibt. Aktuell schreitet jedoch die Entwicklung von intelligenten und effizienten Lösungen zu deren Optimierung voran.

So wurden bei dem kürzlich vergebenen „Deutschen Mobilitätspreis“, der ebenfalls von der Initiative „Land der Ideen“ verliehen wird, viele neue und innovative Mobilitätskonzepte ausgezeichnet. So zum Beispiel die Lincoln-Siedlung in Darmstadt, die Berliner Mobilitätsplattform Jelbi oder auch die Bahntochter „ioki“ für die Integration eines On-Demand Shuttle-Service in den Hamburger Stadtteilen Osdorf und Lurup.

Ebenfalls ergab die Studie, dass unter der Voraussetzung eines flächendeckenden Angebots an Ladestationen, 49 Prozent der Befragten Elektromobilität befürworten.

Den aktuellen Entwicklungen am autonomen Fahren blicken die Deutschen allerdings weitaus skeptischer entgegen. 62 Prozent der Befragten äußerten Bedenken, sich von einem fahrerlosen Fahrzeug befördern zu lassen.

Neuester Artikel

NACHGEFRAGT bei Tyll Diebold

NACHGEFRAGT bei Tyll Diebold

Tyll Diebold ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Verkehrsplanung und Logistik an der TU Hamburg. Er hat das Projekt ioki Hamburg von Anfang an wissenschaftlich mitbegleitet und vor Kurzem die Studie „On-Demand-Angebote als Bestandteil des ÖPNV“ veröffentlicht. Nach seinem Master of Science in „Logistik, Infrastruktur und Mobilität“ an der TU Hamburg im Jahr 2016, war er zunächst für ein Jahr in einem Ingenieurbüro tätig, ehe er zur Promotion an die TU Hamburg zurückkehrte.

Verwandte Artikel

Mobility as a Service: Volle Fahrt voraus in Richtung Verkehrswende

Mobility as a Service: Volle Fahrt voraus in Richtung Verkehrswende

Ist von der Verkehrswende und der damit verbundenen Restrukturierung des ÖPNV die Rede, kommt man um die Begrifflichkeit „Mobility as a Service“, kurz MaaS, nicht herum. Doch was ist „MaaS“ eigentlich genau und wie kann der digitale Ansatz dabei helfen, die Verkehrswende weiter nachhaltig voranzutreiben?

Digitale Schiene und Schienenersatzverkehr On-Demand

Digitale Schiene und Schienenersatzverkehr On-Demand

In Deutschland sollen bis 2025 bis zu 125 Schienenkilometer modernisiert werden. Während der Modernisierung müssen die Fahrgäste von der Schiene auf den Schienenersatzverkehr (SEV) umsteigen. So auch die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart, während dort in diesem Sommer die Stammstrecke modernisiert wird. Trotzdem ist dieser SEV anders, denn: Am Wochenende und in den Wochenendnächten heißt es Stammstrecke offline – S-Bahn On-Demand online.