/ Reading: 3 min.

4. Jun.
/ Germany
Mehr Grün für die Stadt: Superblöcke in Barcelona
In Zeiten der Klimakrise gewinnt nachhaltige und innovative Städteplanung immer mehr an Bedeutung. Vor allem in Großstädten, wo Menschen jeden Tag aufs Neue die Straßen mit Leben füllen, ist es wichtig, den Bürgern einen Raum zu bieten, der das Gemeinschaftsgefühl stärkt und fördert. Auch Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens, kämpft wie viele andere Großstädte mit den Konsequenzen des urbanen Lebens: volle Straße, Lärm und schlechte Luftqualität.

Laut einer Studie sterben pro Jahr ca. 3500 Menschen in Barcelona und Umgebung an den Folgen der Luftverschmutzung. Städte müssen ihre CO2-Emissionen reduzieren und gleichzeitig widerstandsfähiger gegenüber den extremen klimatischen Bedingungen werden. Um diese Herausforderungen aktiv anzugehen, hat die Stadt einen Plan entwickelt, um eine “Vision der Urbanität” im 21. Jahrhundert zu realisieren: Weniger Autos und mehr Fläche für Fußgänger und Radfahrer. Viele europäische Städte machen es vor und reduzieren den Autoverkehr in ihren Stadtzentren. In der norwegischen Hauptstadt hat die Regierung das Zentrum für Autos komplett gesperrt, London arbeitet daran die Hälfte der Straßen im Stadtkern dauerhaft autofrei zu machen und selbst Madrid kündigte an, nur noch Fahrzeuge der Anwohner das Einfahren in die Innenstadt zu erlauben.  

Was sind Superblöcke eigentlich?
Um
die Dominanz der Autos in der Stadt zur minimieren und das Gemeinschaftsgefühl der Bürger zu stärken, wurden sogenannte Superblöcke (Superilles) aus vier bis neun benachbarten, autofreien Wohnquartieren in eine Mischnutzungsfläche umgewandelt. Dabei wurden die meisten Straßen in fußgängerfreundliche öffentliche Flächen geändert, in denen sich Bürger auf der Straße frei bewegen können. Jeder Bewohner hat dabei Zugang zu den Superblöcken und kann die Stadt durchqueren, ohne ein eigenes Auto zu benötigen, lästig nach Parkplätzen zu suchen oder stundenlang im Stau zu stehen. Allein Anwohner- und Lieferfahrzeuge dürfen innerhalb des Blocks fahren und müssen sich den Platz mit den Fußgängern teilen und ihre Geschwindigkeit dementsprechend anpassen.  

Quelle: https://www.mobilegeeks.de/artikel/superblocks-so-bekommt-barcelona-die-autos-aus-der-innenstadt/

Viel Beton wenig Grün:
Barcelona hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Tourismusmagnet entwickelt
. Hier betreten täglich tausende Menschen neben den eigenen Einwohnern (1.6 Millionen) die Stadt, erhöhen die Autodichte und erwärmen damit die Stadt. Die dichtbebaute Metropole hat damit einen besonders starken Wärmeinsel-Effekt und ist meist 3-8 Grad wärmer als das Umland. 

Mit der Umwandlung der Wohnquartiere in mittlerweile fünf Superblöcke hat Barcelona den Fußgängern ca. 5000 Quadratmeter Fläche zurückgegeben. Neben der Entstehung von Grünflächen, zum Beispiel in Form von Spiel- und Sportplätzen, werden ebenfalls Radwege ausgebaut. Die Umgestaltung hat außerdem gezeigt, dass dort, wo deutlich mehr Fußgänger und Radfahrer das Straßenbild bestimmen, der Handel in der Nachbarschaft ebenfalls profitiert.

Dieser urbane Wandel in den Großstädten Europas zeigt einen interessanten Trend, für den auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein sollte. Wenn auf das Auto verzichtet werden soll, dann muss der Mensch Alternativen haben, um sich in der Stadt effizient fortbewegen zu können – beste Voraussetzungen für die flächendeckende Etablierung nachhaltiger, bedarfsgerechter und neuer Mobilitätsformen

Neuester Artikel

Nachgefragt bei Jakob Kammerer

Nachgefragt bei Jakob Kammerer

Jakob Kammerer ist Head of Autonomous Mobility bei ioki und ist damit für die Entwicklung der Software verantwortlich, die fahrerlose Fahrzeuge mit unserem Betriebssystem für digitale Mobilität verbindet. Nach dem Erlangen seines Bachelor of Science in Fahrzeugtechnik an der TU Ilmenau im Jahr 2014 entwickelte er sich über mehrere Stationen bei Daimler, General Motors und der PSA Gruppe im Mobilitätsbereich immer weiter. Heute sprechen wir mit Jakob über die Königsdisziplin der fortschrittlichen Mobilität: das autonome Fahren.

Nachgefragt bei Jörg Starr

Nachgefragt bei Jörg Starr

Jörg Starr hat in der Automobilindustrie schon einige Stationen durchlaufen. Als Manager war er bereits bei Smart und Daimler tätig. Heute arbeitet der Experte für Wasserstoffmobilität bei Audi. Zudem ist Jörg Starr Vorsitzender der Industriepartnerschaft Clean Energy Partnership (CEP). Technologie-, Mineralöl- und Energiekonzerne, Gasproduzenten sowie Automobilhersteller arbeiten hier gemeinsam an der flächendeckenden Etablierung der emissionsfreien Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle.

Verwandte Artikel

Nachgefragt bei Jakob Kammerer

Nachgefragt bei Jakob Kammerer

Jakob Kammerer ist Head of Autonomous Mobility bei ioki und ist damit für die Entwicklung der Software verantwortlich, die fahrerlose Fahrzeuge mit unserem Betriebssystem für digitale Mobilität verbindet. Nach dem Erlangen seines Bachelor of Science in Fahrzeugtechnik an der TU Ilmenau im Jahr 2014 entwickelte er sich über mehrere Stationen bei Daimler, General Motors und der PSA Gruppe im Mobilitätsbereich immer weiter. Heute sprechen wir mit Jakob über die Königsdisziplin der fortschrittlichen Mobilität: das autonome Fahren.

Einsteigen, bitte! Nächster Halt: autonomes Fahren

Einsteigen, bitte! Nächster Halt: autonomes Fahren

ioki hat sich im Bereich des autonomen Fahrens bereits als Vorreiter etabliert und einige Meilensteine für den deutschen Markt gesetzt, vom Testbetrieb auf geschlossenem Gelände bis hin zur Verknüpfung eines On-Demand-Buchungssystems mit autonom fahrenden Fahrzeugen. Im März 2021 wurde das „Gesetz zum Autonomen Fahren“ im Bundestag vorgestellt, was klar zeigt: Die Thematik bekommt nicht nur bei Mobilitätsgestaltern, sondern auch auf politischer Ebene ein stärkeres Gewicht. Im vorgestellten Gesetzesentwurf wurden rechtliche Rahmenbedingungen für ein vollautomatisiertes Fahren in bestimmten Bediengebieten festgelegt. Darüber hinaus sollen weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung des Bereichs fließen, um die Mobilität der Zukunft sicherer, umweltfreundlicher und vor allem nutzerzentriert zu gestalten. „Deutschland wird als erstes Land weltweit autonome Fahrzeuge aus den Forschungslaboren auf die Straße holen“, sagt Bundesminister Andreas Scheuer1 – daran arbeitet ioki bereits seit mehreren Jahren und zeigt sich als hier voranschreitender Innovator.